Das Horoskop ist eine explizite Veranschaulichung der größten Himmelskörper, d.h. genau genommen Sonne, Mond und die Planeten, unseres Sonnensystems zu einem bestimmten Zeitpunkt, nach einem exakt vorgegeben Schema, welches sich aus geozentrischer Sicht auf einen Ort bezieht. Um ein Horoskop überhaupt berechnen zu können, müssen explizite mathematische Methoden, wie beispielsweise die Himmelsmechanik, angewendet werden. Früher wurden im Rahmen der Horoskop-Berechnung die sogenannten Ephemeriden genutzt. Dabei handelte es sich um eine Tabelle, die die prägnanten Positionen eines sich bewegenden astronomischen Objektes darstellt und in Listen veranschaulicht. Heutzutage ist es Usus, eine Astrologie-Software zu verwenden, welche die Ephemeriden und Häusertabellen bereits von Vornherein standardisiert eingespeichert hat.

Das Horoskop stellt das wichtigste Werkzeug und Hilfsmittel der allgemeinen Astrologie dar. Wie bereits im einleitenden Absatz erwähnt, errechnet sich ein Horoskop aus mathematischen Verfahren, wobei hier anzumerken ist, dass einige Schulen der Astrologie die Verschiebung des Frühlingspunktes seit dem Altertum gar nicht mehr beachten und sich damit auf die Zuordnung von Planeten und Fixsternen, die jedoch nicht dem heute beobachtbaren Himmel entsprechen, konzentrieren. Genau genommen wird diese Interpretation meist als esoterisch-orientierte Praxis bezeichnet.

In unserem heutigen Alltag sind Horoskope meist farbige Grafiken, die darauf bedacht sind, eine bestimmte Konstellation in unserem Sonnensystem symbolhaft abzubilden. Früher gestaltete es sich so, dass vor allem in Europa, wie teilweise sogar heute noch in Asien, die Himmelskörper in eine Quadrat eingezeichnet wurden, wobei heutzutage die Anordnung im Kreis schon lange Usus ist.

In der westlichen Astrologie setzt sich ein Horoskop aus vier prägnanten Elementen zusammen:

  • Himmelskörper, d.h. Sonne, Mond, Planeten und Asteroiden
  • Linien zwischen den Himmelskörpern als Veranschaulichung von Winkelbeziehungen, d.h. sogenannten „Aspekten“
  • Tierkreiszeichen, d.h. 30°-Abschnitte des Zodiakus
  • Himmelsrichtungen und weitere hilfereiche Achsen zur Raumeinteilung

 

Im Rahmen des Horoskops lassen sich weiters vier verschiedene Horoskoparten unterscheiden. Dabei handelt es sich um die wichtigsten geozentrischen Horoskopformen:

  • Geburtshoroskop: Dabei handelt es sich um die Deutungsgrundlage für die Deskription der Persönlichkeitsmerkmale und des jeweiligen individuellen Schicksals eines Menschen bzw. eines anderen Lebewesens.

  • Partnerschaftshoroskop: Das Partnerschaftshoroskop wird oft auch als Beziehungshoroskop bzw. Synastrie bezeichnet. Es ist dafür gedacht, Aufschluss und nähere Erkenntnisse über die Beziehung zwischen einzelnen Menschen zu geben. Dies kann sich ebenso auf die Beziehung zwischen Arbeitskollegen, Geschwistern, einem Elternteil und einem Kind sowie Geschäftsfreunden, Freunden, Ehepaaren sowie Liebespärchen beziehen. Erfüllt diese Art von Horoskop ihren Zweck im Rahmen von Beziehungen zwischen Institutionen, so spricht man von einem Staatshoroskop.

  • Zeitungshoroskop: Die allseits beliebten Zeitungshoroskope gelten als Erfindung von R.H. Naylor (1899 – 1952). Im Jahre 1930 schrieb er erstmals für das Londoner Blatt „Sunday Express“ diese Art von Horoskop, welche sich bis heute durchgesetzt hat.

  • Elektionshoroskop: Diese Art von Horoskop wird auf einen beliebigen Zeitpunkt in der Zukunft erstellt. Genau genommen soll ein Elektionshoroskop dabei helfen, eine Auswahl günstiger „Konstellationen“ für geplante Unternehmen zu treffen, welche sich dem Vorhaben äußerst günstig entgegen lehnen können. In der klassischen Astrologie bis in die Zeit des Mittelalters stellte diese Art der Horoskopie einen besonders wichtigen Zweig dar, der im Rahmen politischer Ereignisse oder kriegerischer Handlungen als Orakel Verwendung fand.